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Leistungssteigernde Substanzen in Schule und Sport

Schulischer und sportlicher Druck

Doping ist nicht nur im Hochleistungssport ein Thema. Auch Jugendliche greifen in ihren Vereinen schon zu leistungssteigernden Substanzen oder wollen schulische Leistungen über die Einnahme von Pillen verbessern. Häufig wird viel ausprobiert. Schmerzmittel, Nahrungsergänzungsmittel und verschiedene Medikamente spielen dabei in den letzten Jahren eine immer größere Rolle.

Ursachen

Gründe hierfür sind vielfältig. Insbesondere der starke Konkurrenzdruck bereits in jungen Jahren oder die Angst vor zu hohen selbstgesteckten oder auferlegten Zielen können ursächlich sein. Werbung, Gerüchte, Gruppendruck und der Informationsaustausch untereinander tragen ihr Übriges dazu bei.

Gesellschaftliche Akzeptanz

Leistungsdrogen sind im Sport tabu, aber in der Gesellschaft durchaus akzeptiert. Unermüdlich arbeiten, konzentrierter lernen, keine Schmerzen oder Ängste verspüren – alles verlockende Gründe. Darüber hinaus suggeriert die Wirkung der Substanzen eine gewisse Unverwundbarkeit. Mit sogenannten Anpassungsdrogen (u.a. Ritalin), die häufig im Zusammenhang mit gesellschaftlichem Normalverhalten verschrieben werden, und leistungssteigernde Stimulanzien werden Kinder bereits früh an einen „normalen“ Umgang mit diesen Substanzen gewöhnt. Die Hemmschwelle sinkt. Später bietet sich die Einnahme in jeder herausfordernden Lebenslage an.

Hohes Trainingspensum und geringe Regenerationszeiten erklären damit auch das Phänomen, dass Cannabis bei Dopingkontrollen im Jugendalter aktuell die am häufigsten festgestellte Droge ist.

Mentale Stärke fördern, eigene Grenzen akzeptieren

Als verantwortungsvolle Eltern sollten Sie im Sinne Ihrer Kinder einen bewussten Umgang mit Anpassungs-, Leistungs- oder auch Genussdrogen wie etwa Alkohol pflegen und vorleben. Eine Anfälligkeit für solche Mittel oder gar eine Dopingmentalität entwickelt sich häufig durch mangelndes Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten – sowohl bei den Kindern/Jugendlichen als auch den Eltern. Stärken Sie Ihre Kinder und fördern Sie deren Fähigkeit in Versuchssituationen nein zu sagen. Zeigen Sie alternative Wege auf, um Leistungsgrenzen auf natürlichem Wege durch Training, Ernährung oder auch Schlaf nach oben zu verschieben. Achten Sie auf Regenerationszeiten und ein vernünftiges Maß im Umgang mit dem eigenen Körper. Und zu guter Letzt: Akzeptieren Sie natürliche Grenzen. Dies ist der gesündere Weg.