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Burnout bei Kindern

Depressionen aus Erschöpfung

Psychische Störungen und psychosomatische Symptome wie Niedergeschlagenheit, Einschlafstörungen und Nervosität werden bei Kindern immer häufiger. In Deutschland ist jedes vierte betroffen. Sie sind unruhig, können sich nicht konzentrieren oder sind hyperaktiv (ADHS), streiten viel, neigen zu Wutausbrüchen oder ziehen sich immer mehr zurück. Gleichzeitig steigt die Leistungsbereitschaft und die Gefahr, sich zu überfordern, nimmt zu.

Ursachen

Ursachen für die Erschöpfungsdepression – umgangssprachlich auch als Burnout bezeichnet – sind vor allem der enorme Leistungsdruck, die gesteigerten schulischen Belastungen und eine übertriebene, meist falsch verstandene sportliche, musische oder auch sprachliche Förderung des Kindes. Damit einher geht schließlich der fehlende körperliche und geistige Ausgleich in Form von freier, selbstgestalteter Zeit. Schlechte schulische Leistungen, Ausgrenzung und Mobbing können zu einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Die fehlende Perspektive für die Zukunft und eine gewisse Hilflosigkeit innerhalb der Familien, die unbewusst weiteren Druck aufbauen, werden damit zu enormen Belastungsfaktoren für das Kind.

Symptome

Burnout wird in der Regel spät erkannt, da erste körperliche Symptome (Kopf-, Bauch-, Rückenschmerzen) zahlreiche andere Ursachen haben können und deshalb in diesem Zusammenhang schlicht nicht ernst genommen werden. Als Eltern sollten Sie daher auch das allgemeine Verhalten Ihrer Kinder beobachten und eventuelle Veränderungen individuell einschätzen. Betroffene Kinder suchen zum einen unentwegt nach Anerkennung, gleichzeitig sind sie mit ihren Leistungen stets unzufrieden. Nachts können sie nicht schlafen, wirken erschöpft und reagieren übertrieben gereizt. Stressbedingt können Angst- und Panikattacken möglich sein. Leistungen lassen nach. Der Umgang mit Gleichaltrigen gestaltet sich schwieriger. Das Kind zieht sich immer mehr zurück und ist häufiger krank. Auch selbstzerstörerische Tendenzen(Magersucht, Ritzen der Haut) können Teil einer Erschöpfungsdepression sein.

Therapie

Für eine gesunde körperlich-geistige Entwicklung des Kindes sind Freizeit und Ruhephasen unerlässlich. Der wöchentliche Zeitplan sollte deshalb von vornherein nicht überladen werden. Gemeinsame Rituale und ein geregelter Tagesablauf sind gut. Achten Sie darauf, Ihrem Kind nichts überzustülpen und formulieren Sie für Ihr Kind einen angemessenen Leistungsanspruch. Auch Vereinsarbeit, Musikschule oder Nachhilfestunden können den Stress übermäßig steigern und letztlich negative Auswirkungen haben. Ihr Kind sollte immer mitentscheiden. Suchen Sie bei einem Verdacht auf Burnout frühzeitig den Rat Ihres Kinderarztes. Rechtzeitig erkannt, ist eine gesunde Weiterentwicklung ohne bleibende seelische oder körperliche Spuren möglich.